Fight Comic Funny Election Campaign
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Das TV-Duell zwischen Kanzlerin und Herausforderer ist normalerweise ein Höhepunkt im Bundestagswahlkampf. Dieses Mal jedoch nicht. Die Umfragen sagen, Merkel hätte das Duell gewonnen, Martin Schulz wäre deutlich besser gewesen als erwartet.

Meine Wahrnehmung ist eine andere: Gewonnen haben die Populisten der AfD, verloren hat der demokratische Wettstreit. Wesentliche Schuld daran trägt das Moderatorenteam: Eine Stunde lang werden die Themen der AfD bedient. Zum Teil herrscht mehr Diskussion unter den Moderatoren als zwischen der Kanzlerin und ihrem Herausforderer. Wichtige, zukunftsträchtige Themen werden gar nicht angesprochen: Zukunft der Rente, Bildungspolitik, Gesundheitspolitik, Klimawandel. Dabei hätten die Menschen im Land gerade bei diesen Themen die inhaltlichen Unterschiede erkennen und dann abschätzen können, wer die Zukunft unseres Landes besser gestalten würde. Auch ansonsten Kuschelkurs mit der Kanzlerin: Plötzlich soll Schulz eine Garantie dafür abgeben, dass sich Fehler bei der Terrorabwehr wie im Fall Anis Amris nicht wiederholen können. Das kann er seriöserweise nicht tun. Die Kanzlerin muss dazu keine Stellungnahme abgeben, darf sich stattdessen in gewohnter Weise ins „Internationale“ flüchten und aufzählen, mit wem sie alles telefoniert hat oder telefonieren will. Am Ende bleiben die Zuschauer im Unklaren darüber, wie es im Inneren weiter gehen soll. Auch weil den Moderatoren z.B. Schröders Engagement in Russland oder eine Beurteilung der Fußball-WM in Katar wichtiger erscheint als Bildungs- oder Sozialpolitik. Davon profitieren letzten Endes diejenigen, die vorgeben, eine vermeintliche Alternative zu sein.

Schuld daran trägt aber auch die Kanzlerin, welche für ein weiteres Duell nicht zur Verfügung steht und mehr oder weniger stark Einfluss auf die Ausgestaltung des Duells genommen hat.

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