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Gestern wurde ich gefragt, was man davon hätte, wenn man in die SPD eintreten würde. Ob es einem irgendwelche persönlichen Vorteile brächte.

Persönliche Vorteile im monetären Sinn bringt eine Mitgliedschaft nicht mit sich. Aber darum geht es gar nicht. Es geht um die Unterstützung einer Idee: das Streben nach und das Eintreten für eine bessere Gesellschaft – basierend auf den Grundwerten der SPD: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

Ja, ich weiß, jetzt kommen gleich diejenigen aus der Deckung, die der SPD genau das absprechen werden und die die vermeintliche Unfähigkeit „der Politik“ im Allgemeinen ins Feld führen. Meist handelt es sich dabei um Menschen, die mit der aktuellen Politik aus den verschiedensten Gründen unzufrieden sind.

Ganz ehrlich, auch ich bin nicht mit allem einverstanden, was gerade auf der politischen Bühne passiert. Ich teile auch nicht jede Position meiner Partei. Dass muss aber auch nicht sein. Eine Volkspartei beinhaltet definitionsgemäß Mitglieder aus allen gesellschaftlichen Schichten und mit unterschiedlichsten Einzelmeinungen, somit logischerweise auch Meinungen, die sich von meiner eigenen unterscheiden. Deshalb ist es wichtig für seine eigenen Überzeugungen zu werben. Ich möchte innerhalb meiner Partei, wie viele Tausende andere, dazu beitragen, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen. Dabei stellen wir fest, dass es oftmals keine „einfachen“ Lösungen gibt, dass das Ringen um Mehrheiten harte Arbeit ist. Dass die besten Ideen und Absichten sich nur umsetzen lassen, wenn man über die entsprechenden Mehrheiten verfügt. Dass man immer wieder Kompromisse eingehen muss, sei es innerhalb der Partei oder einer Regierungskoalition – auch wenn diese manchmal schmerzhaft sind.

Dennoch bin ich zutiefst davon überzeugt, dass es uns nicht egal sein kann, was um uns herum passiert. Man kann in der Flüchtlingsdebatte verschiedener Meinung sein, sich trefflich über TTIP, die Griechenlandkrise oder die Zukunft der EU streiten. Aber das muss in einem gesellschaftlichen Diskurs und eben auch in und zwischen den Parteien geschehen.

Wenn ich aktuell jedoch lesen muss, dass es im vergangenen Jahr 1.005 Übergriffe auf Flüchtlingsheime gegeben hat, dass in Sachsen ein Polizeipräsident vor der herrschenden „pogromartigen Stimmung“ warnt, dass eine Partei, deren Vorsitzende an den Grenzen auf Frauen und vielleicht auch Kinder schießen lassen würde, in den Umfragen bei über 10 Prozent steht, dann sehe ich ernsthaft unser demokratisches System gefährdet.

Unzählige Menschen sind zu Recht entsetzt über diese Entwicklung. Aber dieses Entsetzen allein reicht nicht. Setzen Sie ein Zeichen und treten Sie in eine demokratische (Volks-)Partei ein! Die Demokratie lebt vom Engagement der Menschen, vom Mitmachen!

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